Tiroler Grauvieh

 

Historische Entwicklung

3.300 v. Chr.: Fund von Ötzi - Vorfahren des heutigen Tiroler Grauviehs wurden bereits in dieser Region gehalten.

Christi Geburt: Plinius und Strabo erwähnen in ihren Reiseberichten die gute Milchergiebigkeit des grauen Höhenviehs.

1879 - 1884: Erste detaillierte Klassifizierung der Haustierrasse Grauvieh von F. Kaltenegger in der Publikation „Die Rinder der österreichischen Alpenländer“.

1896: Gründung der ersten Viehzuchtgenossenschaften.

Der Beginn einer organisierten Zucht bewirkte eine Zusammenführung der ursprünglichen Landschläge „Oberinntaler, Lechtaler und Wipptaler“ zum Tiroler Grauvieh.

1908: Gründung der Grauviehgenossenschaft in Oberhofen zum Schutz und zur Förderung dieser Rasse. Die Existenz des Grauviehs war durch die Rassenvermischung gefährdet.

1914 - 1918: Verringerung des Gauviehbestands während des 1. Weltkrieges

1922 Gründung der ersten Gauviehzuchtvereine in Fiss, Serfaus, Ladis und Fließ

1924: Gründung des Tiroler Grauviehzuchtverbandes

1933: 1. Definition eines gemeinsamen Zuchtziels für alle Zuchtgebiete

1948: Errichtung der Station für künstliche Besamung in Imst, Brennbichl, heutiges Gelände des Agrarzentrum West

1967: Einführung der künstlichen Besamung mit Tiefgefriersperma

1969: Bau der Besamungsstation Birkenberg, Telfs

1993: Beginn des Qualitätsmarkenfleischprogramms Tiroler Grauvieh Almochs

1994: Anerkennung des 1. Grauviehzuchtvereines Vorarlberg, erste Anerkennung eines Grauviehzuchtvereines außerhalb von Tirol; Beginn der Tätigkeit als österreichweite Zuchtorganisation

1996: Erste Teilnahme an einer Bundesfleischrinderschau – St. Peter am Kamersberg, Stmk.

2004: Öffnung des Herdebuchs für die Spezielle Fleischrinderzucht

AKTUELL

Diese mittelrahmige, alpine Mehrnutzungsrasse wird von rund 1.000 Betrieben in den inneralpinen Trockengebieten (70 % der Almen über 1.600 m Seehöhe) gezüchtet. Die speziellen Stärken dieser Rasse sind die Anspruchslosigkeit, beste Futterverwertung, Leichtkalbigkeit, Vitalität, guter Körperbau, funktionelle Euter und beste Milchqualität kommen besonders in „Low Input Systemen“ voll zur Geltung.

 

Zuchtziel:

 - Milch 20 %

- Fitness 60 %

- Fleisch 20 %

Demographie:

 - Population: 17.615

- Herdebuchkühe: 3.734

- Herden: 858

- Rasseanteil in Österreich: 0,9 %

- Fleisch: Herdebuchkühe: 1.348

- Herden: 334

 Charakteristik:

 - Gewicht: 600 kg

- Kreuzhöhe: 131 cm

- Erstabkalbung (Monate): 33,8

- Nutzungsdauer (Jahre): 4,7

- 100% des Jungviehs und 45,8 % der Kühe werden gealpt.

 Produktion:

 - Milch: 4.947 kg

- Fett: 3,94 %

- Eiweiß: 3,27 %

- Milchleistung 2011 (aller Kühe): 4.884 - 3,93 % F - 3,26 % E (305 Tage)

 Fleischleistung:

- Tägliche Zunahmen bis 1 Jahr: 1.189 g

- Ausschlachtung: ca. 55 %

- Höchste Fleischqualität, sehr feinfasrig und marmoriert

 Nutzungsrichtungen:

Milchrasse unter erschwerten Umweltbedingungen, Fleischrasse in allen Produktionslagen, Gebrauchskreuzung mit Fleischrassen.